In den letzten Tagen bekamen wir vermehrt Anfragen, ob wir nicht zu viele Kunden auf unsere Kraftwerke hängen würden, weil manchmal so wenig Energie kommt. Diese Frage möchten wir sehr gerne beantworten!

Wir evaluieren ca. jede zweite Woche und prüfen, wie viel überschüssige Energie pro Kraftwerk erzeugt wird. Mit dieser Information justieren wir dann die verfügbaren EnergyLines nach. Dabei verwenden wir für PV-Anlagen folgende Regel: pro ca. 5kWh Überschuss der nicht verwendet wird pro Tag (im Durchschnitt), schalten wir eine EnergyLine frei. Das rechnen wir so:
Ein Durchschnittskonsument benötigt ca. 15kWh / Tag im Schnitt (ergibt ca. 5.500kWh/Jahr). Bei 6 freien EnergyLines sind die meisten mit 3xPV und 1x Kleinwasserkraft verbunden. Dadurch ergibt sich (über einen halben Tag gerechnet 3x5kWh / 2 = 7.5kWh Sonnenstrom und die restliche Energie vom Kleinwasserkraftwerk).

Für die erste Einstufung der Photovoltaikanlagen ab ca. 5kWp nehmen wir normalerweise folgende Formel an: pro Konsument ca. 500-600Wp. Das heißt, ca. 8 Konsumenten pro PV-Anlage. Bei einem Eigenbedarf von ca. 1/3 erzeugt eine 5kWp Anlage pro Jahr rund 5.500kWh, das entspricht einem Überschuss von 3.700kWh. Bei 8 Konsumenten sind das ca. 460kWh / Jahr die man lukrieren kann.
Bei den Kleinwasserkraftwerken ist die 5kWh Schwelle natürlich nicht sinnvoll, da es hier einerseits deutlich höhere Schwankungen gibt bei der Produktion und andererseits viel größere Mengen.

Hier sieht man zwei unterschiedliche Tages eines Einspeisers. Am ersten Bild ist die Auslastung teilweise bei über 90% (vor allem vor Mitternacht) und aus den Log-Dateien sehen wir, dass jeder Konsument nur im Schnitt 300W pro Trading-Intervall bekommen hat. Am zweiten Bild bleiben jedoch nachts über 50% der Energie ungenutzt!

Zwischen den beiden Bildern liegen gerade einmal 10 Tage. So stark hängt die Produktion und die Verwendbarkeit vom Wetter ab!

Am Beispiel der Riedmühle sieht man, dass die Produktionsleistung in den letzten 12 Tagen abgenommen hat. Je nach Wasserstand und Zufluss nimmt natürlich auch die verfügbare Energiemenge ab. Waren es die ersten Junitage noch permanent zwischen 50- und 60.000W Leistung, ist es in den letzten Tagen auf ca. ein Drittel zurückgegangen.

Kleinwasserkraft ist – wie Sonnenenergie – immer wetterabhängig. Aber gar nicht lokal, sondern im Bereich des Zuflusses. Und der kann hunderte Kilomenter weg sein. Fällt dort Niederschlag, wirkt sich das dann Stunden oder Tage später aus.

Zusammengefasst: Nicht die Änderung der offenen Verbindungen hat verursacht, dass temporär weniger Energie von Kleinwasserkraftwerken zur Verfügung stand, sondern einfach wetterbedingte Phänomene. Ende Mai, als die Verbindungen erhöht wurden, war massiv viel Überschussenergie vorhanden. Und diese wird auch wieder kommen.

Wir sind nun dabei, künftig mehr Hintergrundinformationen zu den Produktionskapazitäten der „großen“ Kraftwerke bereitzustellen. Mehr dazu demnächst!